Die Chinesen sind toll, sie bauen jetzt die besten E-Autos und haben traumhafte Wachstumszahlen. Die deutschen Autobauer sind dagegen die Looser, die den E-Auto-Trend verschlafen haben. Sie stehen daher vor dem Untergang. So jedenfalls hören wir zunehmend aus den Medien von selbst ernannten China-Auto-Experten. Nichts davon ist wahr. Die Realität in Deutschland sieht anders aus.
Deutscher Auto-Markt schrumpft
Wer über die “chinesische Invasion” auf dem deutschen Automarkt spricht, sollte zuerst den Rahmen kennen: Dieser Markt ist selbst im Rückzug. 2019 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland rund 3,6 Mio. Pkws neu zugelassen, 2025 waren es nur noch 2,9 Mio. Das ist ein Rückgang von knapp 20 Prozent in Deutschlands wichtigster Industriebranche.
Der VDA Verband der Automobilindustrie bestätigt zudem: Der deutsche Pkw-Markt liegt auch 2026 noch rund ein Fünftel unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Jeder Prozentpunkt Marktanteil, den chinesische Marken gewinnen, verteilt sich also auf einen insgesamt kleineren Kuchen – ein wichtiger Kontext, den Wachstumsraten von mehreren hundert Prozent gerne verschweigen.
Ein Markt der Firmen, nicht der Privaten
Der zweite verzerrende Faktor: Der deutsche Neuwagenmarkt ist strukturell ein Gewerbemarkt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) entfallen rund 67 Prozent aller Neuzulassungen auf gewerbliche Halter, nur 33 Prozent auf Privatpersonen. Wenn die Deindustrialisierung in Deutschland fortschreitet, die seit 2018 in Summe über 20 Prozent beträgt, dann kann man sich ausmalen, dass die Auto-Verkaufszahlen in Deutschland weiter Richtung Süden gehen.
Bei Elektroautos ist der Effekt noch stärker: Rund 70 Prozent der E-Auto-Kunden sind Unternehmen mit Dienstwagenflotten. Wer also Neuzulassungszahlen als Beleg für “Kundenbegeisterung” liest, verwechselt oft Leasingverträge und Flottendeals mit echter privater Kaufentscheidung. Bei Privaten besteht der Streik bei E-Autos fort. Zu hoch sind die Wertverluste nach der Zulassung. Die Klimapropaganda der Politik prallt von den Deutschen zumindest hier ab. Da helfen auch keine Subventionen, die dem Steuerzahler viel Geld kosten. Die fließen meist direkt in die Kassen der Autohersteller, die den Preis vor Subventionen entsprechend vorher anheben.
Chinesische Marken – präsent in den Schlagzeilen, kaum sichtbar auf der Straße
Genau in diesem schrumpfenden, von Firmenautos dominierten Markt bewegen sich die viel zitierten China-Zuwächse.





