E-Bikes sieht man in Deutschland mittlerweile überall. Gleichwohl ist der Markt aktuell umkämpft. Auch die AT Zweirad GmbH aus dem Münsterland ist mit ihrer Marke VELO DE VILLE dabei.
Während der Corona-Zeit spielte der Markt für Fahrräder und E-Bikes verrückt. In den Lockdown-Phasen wollten viele ein neues Rad, um sich draußen bewegen zu können. Gleichzeitig gab es Lieferengpässe und Preissteigerungen, weil die Lieferketten unterbrochen waren.
Danach folgte der Absturz: Ab 2023 waren die Lager voll, die Nachfrage ließ nach, und mit hohen Rabatten wurden die Bestände abgebaut. Inzwischen ist der Überhang weitgehend abgebaut. Im ersten Halbjahr 2026 steigen Absatz und Produktion wieder leicht.
Fahrräder aus Westfalen
In diesem hart umkämpften E-Bike-Markt mischt auch die AT Zweirad GmbH mit ihrer Marke VELO DE VILLE mit. Das Unternehmen aus Altenberge baut und verkauft mit über 300 Mitarbeitern Fahrräder und E-Bikes nach Kundenwunsch. Kunden können Rahmenhöhe, Farben und Ausstattung wählen. Zum Sortiment gehören unter anderem City-, Trekking- und Sport-Bikes, jeweils als klassisches Fahrrad oder als Pedelec. Hier noch weitere Informationen:
- Albert Thiemann gründete das Unternehmen aus Altenberge 1966 zusammen mit Franz Ferlmann, zunächst als Großhandel für Fahrräder und Ersatzteile mit Rädern aus den Niederlanden.
- In den 1970er Jahren wuchs das Unternehmen, auch weil die Ölkrise 1973 einen ersten Fahrradboom auslöste.
- 1982 begann am neuen Standort an der Boschstraße die eigene Montage. Damit wurde aus dem Händler ein Hersteller, und das „Custom Made“-Prinzip entstand.
- 2009 kam das erste eigene Pedelec auf den Markt.
- 2026 feiert das Familienunternehmen sein 60-jähriges Bestehen.
Deutscher Fahrradmarkt
Seit 2020 lief der deutsche Fahrradmarkt in drei Phasen: erst der Pandemie-Boom, dann ein mehrjähriger Rückgang mit hohen Lagerbeständen und seit 2026 eine vorsichtige Erholung.
- Corona-Boom 2020/2021: 2020 stieg der Absatz um 16,9 Prozent auf 5,04 Millionen Fahrräder und E-Bikes. Bei E-Bikes betrug das Plus 43,4 Prozent auf 1,95 Millionen, das war ein Anteil von 38,7 Prozent. Der Umsatz wuchs um 60,9 Prozent auf 6,44 Mrd. Euro. 2021 sank der Absatz auf 4,7 Millionen. Die E-Bikes legten auf 2,0 Millionen zu (Anteil 43 Prozent), der Umsatz stieg auf 6,56 Mrd. Euro.
- 2022: Verkauft wurden 4,6 Millionen Räder. E-Bikes wuchsen weiter um rund 10 Prozent auf 2,2 Millionen, klassische Fahrräder gingen zurück. Mit 7,36 Mrd. Euro erreichte der Umsatz einen Rekord.
- 2023: Erstmals sank der E-Bike-Absatz, um 5 Prozent auf 2,1 Millionen. Klassische Fahrräder fielen um 21 Prozent auf 1,9 Millionen. Insgesamt wurden rund 4,0 Millionen Räder verkauft, der Umsatz sank um 4 Prozent auf 7,06 Mrd. Euro. Erstmals waren mehr als die Hälfte der verkauften Räder E-Bikes (53 Prozent).
- 2024: Der Absatz ging um 2,5 Prozent auf 3,85 Millionen zurück, davon 2,05 Millionen E-Bikes (53 Prozent). Der Umsatz fiel um 10,3 Prozent auf 6,33 Mrd. Euro.
- 2025: Der Absatz sank um 3,9 Prozent auf 3,8 Millionen und lag damit wieder etwa auf Vor-Corona-Niveau. E-Bikes gingen um 4,8 Prozent auf rund 2,0 Millionen zurück (52,7 Prozent). Der Umsatz fiel um 7,7 Prozent auf 5,85 Mrd. Euro, auch weil der Durchschnittspreis eines E-Bikes auf 2.550 Euro sank. Das ist weiterhin deutlich mehr als 2019 mit 4 Mrd. Euro.
- Erstes Halbjahr 2026: Der Absatz klassischer Fahrräder stieg um knapp 10 Prozent, der von E-Bikes um rund 2 Prozent. Insgesamt wurden 2,32 statt 2,20 Millionen Räder verkauft. Die Lagerüberhänge sind größtenteils abgebaut, die Händler bestellen aber weiter vorsichtig.
E-Bikes machen etwa die Hälfte der Stückzahlen aus, bringen aber über 80 Prozent der Erlöse. Neue Impulse erwartet die Branche vor allem vom Dienstradleasing und vom Werkstattgeschäft.
Website: www.velo-de-ville.com


