Mittelstandsforum Westfalen sprach mit Pascal Scholz, Geschäftsführer von Scholz-Druck und Medienservice GmbH & Co. KG in Dortmund-Dorstfeld. Das Familienunternehmen besteht seit über 60 Jahren, beschäftigt rund 15 Mitarbeitende und bietet Offset- und Digitaldruck, Druckvorstufe, Weiterverarbeitung und Veredelung an. Zusätzliche Dienstleistungen wie Lager- und Versanddienstleistungen aber auch digitale Dienstleistungen wie Grafik und Design, Text & Bild. Sein jüngstes Projekt: das Impulswerk, ein „mehr als ein Veredelungsfächer“, ein Arbeitswerkzeug für Kreative.
Vom Auszubildenden zum Geschäftsführer: Sie sind mit 28 als Geschäftsführer in ein Unternehmen mit über 60 Jahren Geschichte eingestiegen. Wie war das?
Mit 18 habe ich in dem Betrieb meines Vaters die Ausbildung zum Mediengestalter gemacht, später die Fortbildung zum Medienfachwirt, ich habe den Druck und die Weiterverarbeitung gleich nebenan sehen und lernen können und war dadurch bereits seit Jahren ein Teil des Ganzen. Trotzdem war es für diesen Schritt teilweise respekteinflößend und befreiend zugleich. Respekteinflößend, weil man eine Geschichte übernimmt, die man nicht einfach über Bord werfen will oder kann – Mitarbeiter, die teilweise seit über 35 Jahren dabei sind, Kunden, die seit Generationen mit uns arbeiten. Befreiend, weil ich früh die Möglichkeit hatte, Dinge zu verändern und neu zu denken. Ich will und sollte nicht nur verwalten, was da ist – ich möchte und ich muss neu denken und gestalten.
Was unterscheidet Scholz-Druck von anderen Druckereien?
Wir wollen nicht nur auf fertige Druckdaten warten und dann ausführen – wir möchten schon vorher im Gespräch sein: Welche Veredelung passt zu dieser Marke, welcher Effekt trifft die Zielgruppe? Einen Schritt weit weg vom reinen Dienstleister, hin zum Ideengeber.
Print im digitalen Zeitalter: Was macht eine Druckerei 2026 noch relevant, in einer digitalen Welt?
Genau das Gegenteil von dem, was viele erwarten. Print ist ein Gegengewicht. Es erreicht Menschen dort, wo Bildschirme es nicht können – im analogen Leben, mit Haptik, mit Geruch, mit einem Gefühl in der Hand. Das ist gehirngerecht: Je mehr Sinne angesprochen werden, desto stärker bleibt eine Botschaft im Gedächtnis. Digital ist schnell, aber Print bleibt.
Das Impulswerk: Ihr jüngstes Projekt heißt Impulswerk. Was steckt dahinter?
Das Impulswerk ist unser „mehr als ein Veredelungsfächer“. Es ist kein klassischer Musterfächer, den man einmal anschaut und dann in die Schublade legt. Es ist ein Arbeitswerkzeug. Jede Veredelung darin ist ein Impuls: ein Ausgangspunkt für ein Gespräch, für eine Idee, für ein Projekt. Man nimmt ihn in die Hand, fühlt die Materialien – und findet zu jeder Veredelung online weiterführende Infos: Anwendungsbeispiele, Branchenempfehlungen, Kombinationsmöglichkeiten, Hinweise zur Druckdatenerstellung.
Fast unser Ganzes Wissen über Druckveredelungen steckt darin.

Wie kam die Idee dazu?
Uns erreichen täglich Fragen wie: „Welche Veredelung empfehlen Sie“ und „haben Sie ein Muster“. Gleichzeitig wollten wir zeigen, was alles möglich ist und dass man seine Druckprodukte auch noch einen Schritt weiter denken kann. Ich wollte etwas, das wirklich benutzt wird – ein Werkzeug, das den Dialog zwischen Kreativen und Druckerei wiederherstellt, statt nur Muster zu zeigen. Und ich will wieder früher ins Gespräch kommen. Auch um Umsetzbarkeiten und Budgetplanungen von Anfang an planbarer zu gestalten.
Der Name kam dann fast von selbst: Impuls, weil es Ideen anstoßen soll. Werk, weil es Handwerk und Qualität transportiert.
Für wen ist das Impulswerk gedacht?
Für Agenturen, Freelancer, Designer, Marketingabteilungen – vom Einzelkämpfer bis zur Kommunikationsabteilung, die täglich unter Zeitdruck steht. Für alle, die auf der Suche nach neuen Ideen für Ihre Printwerbung bzw. Printprodukte sind.
Der Fächer kostet eine Schutzgebühr. Warum ist er nicht einfach kostenlos?
Weil ein kostenloses Tool in der Schublade landet, ohne Wertschätzung, ohne Ambition, ein bezahltes Werkzeug aber benutzt wird. Wer investiert, meint es ernst. Und das Ganze ist fair gelöst: Bei einer anschließenden Veredelungsbestellung (ab einem bestimmen Auftragswert) wird der Betrag vollständig gutgeschrieben. Es ist also kein Kaufpreis, sondern eher ein Pfand, das den Einstieg in die erste Zusammenarbeit erleichtert. Zusätzlich gibt es einen Rabatt, jede Menge Impulse und viel Wissen.
Wie unterscheidet sich das Impulswerk von einem klassischen Veredelungsmuster-Fächer?
Ein klassischer Musterfächer zeigt: So sieht Relieflack aus. Das Impulswerk fragt: Wo würde das bei Ihnen wirken, welche Botschaft transportiert das? Es verbindet die haptische Erfahrung des Originals mit der Tiefe digitaler Inhalte – analog in der einen Hand, digital in der anderen, jederzeit abrufbar.
Ausblick: Wo soll das Impulswerk hinführen?
Ich möchte, dass Print als Ideengeber wahrgenommen wird und wir bereits bei der Ideenfindung mit an den Tisch geholt werden. Das Impulswerk ist der erste Schritt dahin – ein eigenständiges Werkzeug, das für sich steht und zeigt, was mit Druckveredelung wirklich möglich ist, wenn man es zu Ende denkt.
Ein Satz, der das Impulswerk auf den Punkt bringt?
Print ist gehirngerecht – wenn man es mit allen Sinnen einsetzt, bleibt es im Kopf. Genau das wollen wir mit dem Impulswerk zeigen. Print kann haptische, optische und olfaktorische Wirkungen für Werbeaussagen, Dienstleistungen, Produkte und Identitäten realistischer wiedergeben und somit die zum Beispiel die Wirkung und den Verkauf fördern.
Beispiel: Die Immobilienbroschüre, die nach frisch gemähtem Gras riecht und dem Käufer schon das Gefühl vermittelt am Wochenende im Garten zu arbeiten…
Mehr über das Impulswerk und die Druckveredelungen von Scholz-Druck unter scholz-druck.de/druckveredelungen.



