Eine neue VDMA-Mitgliederbefragung ergab, dass 69 Prozent der international aktiven Firmen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) im Ausland weiter ausbauen wollen. Für Deutschland ist das fatal. Regierungsnahe Hof-Ökonomen können die Deindustrialisierung nun nicht mehr bestreiten.
ifo-Beruhigungsformel
Denn die Ökonomen Lehmann und Wollmershäuser vom ifo-Institut München argumentierten in einer Studie, dass die preisbereinigte Industrieproduktion (s. Grafik unten) seit 2015 zwar um rund 6 Prozent gefallen, die reale Bruttowertschöpfung aber im gleichen Zeitraum um mehr als 7 Prozent gestiegen sei. Das bedeutet im Kern "mehr Klasse statt Masse". Deutschland verlagere zwar die banale Massenproduktion ins Ausland, halte aber Forschung, Entwicklung, Software, geistiges Eigentum und immaterielle Vermögensgegenstände im Land. Nun bricht diese Argumentationskette mit einer neuen VDMA-Studie zusammen.
Neue VDMA-Studie
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, mit rund 190.000 Ingenieuren wichtigster Innovationsmotor der Volkswirtschaft, zieht seine Denkarbeit zunehmend aus dem Land ab. Das ist der Kern einer neuen Mitgliederbefragung des Branchenverbands VDMA, an der sich rund 400 Firmen beteiligt haben. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen forschen bereits außerhalb Deutschlands; bei Konzernen mit über 1.000 Beschäftigten sind es neun von zehn. Und der Trend beschleunigt sich: 69 Prozent der international aktiven Firmen wollen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) im Ausland weiter ausbauen.





