Die Aktienblase

Völlig losgelöst von der realen Welt

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Dr. Michael A. Peschke

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Diplom-Ökonom Dr. Michael A. Peschke

„Völlig losgelöst von der Erde schwebt das Raumschiff“, so sang Peter Schilling 1982 sein Lied „Major Tom“. Besser könnte die Beschreibung auch nicht für das heutige Raumschiff „Aktienmarkt“ sein. Denn selten lagen Börse und Wirklichkeit so weit auseinander wie im Herbst 2026. 

So sind alle US-Aktien zusammen etwa zweieinhalbmal so viel wert wie die gesamte Jahreswirtschaftsleistung der USA. Ein Großteil dieses Werts hängt an einer Handvoll Technologiekonzerne und an der Hoffnung, dass sich die Milliarden für Künstliche Intelligenz (KI) bald auszahlen. Und das bei Zinsen von rund 5 Prozent, die Anleihen wieder zu einer echten Alternative machen. 

Warren Buffett, die Investorenlegende, nannte den US-Aktienmarkt im August 2026 nicht mehr Investieren, sondern „Glücksspiel“. Seine Holding Berkshire Hathaway hält daher rund 397 Milliarden Dollar in bar. In Asien zeigt sich bereits, wie schnell die Stimmung kippen und die Aktienblase platzen kann.

US-Aktienmarkt: 70 Prozent der Welt

Wer einen Welt-ETF kauft, setzt vor allem auf ein Land. Im MSCI World, dem Index der Industrieländer, kamen die USA Ende Juni 2026 auf rund 72,5 Prozent. Im breiteren MSCI ACWI mit den Schwellenländern sind es 64,2 Prozent. Zählt man alle börsennotierten Unternehmen weltweit, also auch die nicht frei handelbaren Aktien in China, Indien oder Saudi-Arabien, liegt der US-Anteil bei etwa 44 Prozent.

Tech-Aktien: 40 Prozent des Index

Innerhalb der USA setzt sich die Konzentration fort. Der IT-Sektor machte Ende September rund 40 Prozent des S&P 500 aus. Das ist mehr als auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase. Zählt man Amazon und Meta hinzu, die offiziell nicht zum Tech-Sektor gehören, kommen KI-nahe Unternehmen auf fast 50 Prozent. Noch deutlicher wird es bei einzelnen Aktien:

  • Drei Aktien: Nvidia, Apple und Microsoft machen zusammen über 21 Prozent des Index aus. Der bisherige Rekord stammt aus den 1980er-Jahren, als IBM, AT&T und ExxonMobil auf 13,4 Prozent kamen.
  • Zehn Aktien: Die zehn größten Werte stehen für 40 Prozent des S&P 500. Im März 2000 waren es 26 Prozent.
  • Ein Thema: 41 KI-bezogene Unternehmen stehen für knapp 49 Prozent des Börsenwerts. Einen höheren Anteil eines einzigen Themas gab es nur beim Eisenbahnboom im 19. Jahrhundert.

Wer heute einen „breiten“ Indexfonds kauft, setzt also verdeckt vor allem auf KI.

Der Buffett-Indikator

Nochmal Warren Buffett: Er hat mit dem Buffet-Indikator ein Maß für das Ausmaß einer Aktienblase geschaffen.

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Dr. Michael A. Peschke

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