Wohnungsmangel nimmt zu

Immobilienpreise sinken leicht

iStock, LeManna

Wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage steigt, dann erhöhen sich in einer Marktwirtschaft auch die Preise. So ist das aktuell im deutschen Immobilienmarkt. Das Wohnungsangebot sinkt und die Mieten steigen. Das ist vorteilhaft für Vermieter und Investoren.

Wohnungsbau 2025 auf Tiefstand

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 in Deutschland 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ist der niedrigste Wert seit 2012 und ein Rückgang um 18 Prozent bzw. 45.400 Wohnungen gegenüber 2024. Davon entstanden 172.600 Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden. Als Umbaumaßnahme in bestehenden Gebäuden kamen 30.700 Wohnungen hinzu, 1,8 Prozent weniger als 2024. Das bundesweite Defizit liegt nunmehr bei rund 1,3 Millionen Wohnungen, davon der Großteil im preiswerten Segment. 

Diese Entwicklung ist volkswirtschaftlich ein Riesenproblem, wenn Menschen um Wohnraum kämpfen müssen und Arbeitskräfte in wirtschaftlich starken Regionen keine passenden Wohnungen für sich und ihre Familie finden. Im Juli 2026 klagten laut ifo-Umfragen 41 Prozent der Betriebe im Wohnungsbau über Auftragsmangel, und die Zahl der Insolvenzen in der Bau- und Immobilienwirtschaft steigt weiter an. Die Bau- und Immobilienbranche fordert daher die Politik immer wieder zum schnellen Handeln auf: z. B. keine weitere Kürzung der Neubauförderung und mehr Tempo beim Gebäudetyp-E-Gesetz.

2026 entwickelt sich zwiespältig

Bei den Baugenehmigungen zeigt sich eine deutliche Erholung. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 126.300 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Plus von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der stärkste Halbjahresanstieg seit 2016. 

Bei den tatsächlichen Fertigstellungen zeichnet sich dagegen ein weiterer Rückgang ab: Das ifo-Institut und die Forschergruppe Euroconstruct erwarten für 2026 nur noch rund 185.000 neue Wohnungen, gut 20.000 weniger als 2025, bevor die Zahl 2027 auf etwa 195.000 bis 205.000 und 2028 auf rund 215.000 steigen soll. Doch der lange Zeitraum von bis zu fünf Jahren zwischen Genehmigung und fertiger Wohnung bedeutet, dass die aktuelle Genehmigungserholung erst mit erheblicher Verzögerung bei den Fertigstellungen ankommt.

Leicht sinkende Immobilienpreise

Kürzlich veröffentlichte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Immobilien-Preisdaten für das zweite Quartal 2026. Nominal legten die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland gegenüber dem Vorquartal nur noch um 0,3 Prozent zu, die Preise für Einfamilienhäuser um 1,8 Prozent. Zieht man jedoch davon die Inflationsrate ab, zeigt sich real sogar ein Rückgang von 0,9 Prozent bei Wohnungen und nur ein Mini-Plus von 0,6 Prozent bei Häusern. 

Alles in allem kann man von einer noch relativ stabilen Situation sprechen. In einigen Metropolregionen steigen die Preise für attraktive Eigentumswohnungen sogar noch. Es gibt viele Investoren mit Geld und einer Vorliebe für Immobilien. Allerdings wandern bei steigenden Zinssätzen auch immer mehr Anleger, die gerne zu 100 Prozent fremdfinanzieren, in Anlageklassen mit höheren Renditen ab.

Verfuß GmbH

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