Bei unserem letzten Netzwerktreffen bei HLB Schumacher in Münster ging es um das Thema "Inside KI - was Künstliche Intelligenz wirklich bedeutet". In der Diskussion wurde deutlich, dass kleine und mittelgroße Unternehmen bei KI noch nicht richtig das Packende gefunden haben. Viele sehen noch nicht den Nutzen, scheuen die Investitionen oder haben nicht das nötige IT-Personal.
Diese Befunde spiegeln sich auch in einer aktuellen Studie von Bitkom wider. Danach setzen rund 36 Prozent der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) ein. Der Anteil hat sich innerhalb eines Jahres beinahe verdoppelt und zeigt einen deutlichen Trend zur digitalen Transformation in der Wirtschaft. Gleichwohl planen oder diskutieren fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen nur den Einstieg in KI-Technologien. Oder anders: 64 Prozent setzen KI noch nicht ein.
Einsatzfelder von KI
Am häufigsten nutzen aktive Unternehmen KI im Kundenkontakt (88 Prozent) sowie für Marketing und Kommunikation (57 Prozent). Weitere Einsatzfelder sind Forschung und Entwicklung (21 Prozent), Produktion (20 Prozent), Controlling und Rechnungswesen (17 Prozent), Personal (14 Prozent) und internes Wissensmanagement (11 Prozent). Etwa 12 Prozent integrieren KI bereits in ihre Produkte und Dienstleistungen.
Hemmnisse
53 Prozent der befragten Unternehmen nennen rechtliche Unsicherheiten und fehlendes technisches Know-how als größte Barrieren bei der Einführung von KI. 51 Prozent beklagen mangelnde personelle Ressourcen. 48 Prozent sehen hohe Datenschutz-Anforderungen als Hindernis. 39 Prozent befürchten, dass ihre Daten in falsche Hände geraten. 38 Prozent kritisieren die mangelnde Nachvollziehbarkeit von KI-Ergebnissen.
Als weitere Hindernisse werden genannt: fehlendes Budget (36 Prozent), künftige rechtliche Einschränkungen (35 Prozent), Akzeptanzprobleme bei Beschäftigten (31 Prozent) und ungeeignete Daten (24 Prozent).
KI-Investitionen
Rund ein Drittel der Unternehmen investiert stärker in KI als im Vorjahr, nur 5 Prozent reduzieren ihre Investitionen. Die Investitionsschwerpunkte liegen dabei in datenintensiven KI-Anwendungen und in der Infrastruktur zur sicheren Integration.
Deutsche Unternehmen wünschen sich von der Politik gezielte Unterstützung bei der Bewältigung der KI-Herausforderungen. Dazu gehören die gezielte Förderung deutscher KI-Anbieter (51 Prozent), eine Reform des europäischen AI Acts (46 Prozent), die Verbesserung des Datenzugangs (45 Prozent), Investitionen in Forschung und KI-Infrastruktur (35 Prozent). Viele Unternehmen fordern zudem praxisorientierte Aufklärung, solide Netzwerke und eine zukunftsorientierte Förderstrategie für das KI-Know-how im eigenen Land.
Fazit
KI hat den generellen Durchbruch in der deutschen Wirtschaft geschafft. Das Eis ist gebrochen. Doch bleibt eine große Unsicherheit, die mit unternehmerischem Mut und schrittweisen Investitionen abgebaut werden muss. Wer frühzeitig Know-how aufbaut und Pilotprojekte startet, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern - insbesondere bei steigenden Personalkosten.
Copyright: Dipl.-Ökonom Dr. Michael A. Peschke, Mittelstandsforum Westfalen | E-Mail-Kontakt




