Englisch ist die führende Geschäftssprache der Welt. Insofern ist es gut, wenn man als Deutscher diese Sprache fließend beherrscht. Was aber gar nicht geht, ist die exzessive Verwendung von „Denglisch“ einiger Möchtegern-Marketingprofis. Um diesen Missstand anzuprangern vergibt der Verein für deutsche Sprache (VDS) jährlichen den Negativpreis „Sprachpanscher des Jahres“.
Gewinner 2025
VDS-Sprachpanscher 2025 ist der Reifenhersteller Continental. Das Unternehmen wurde insbesondere für die starke und wirre Nutzung von Englisch („Denglisch“) in seinen Werbebotschaften kritisiert, wodurch die Kundenorientierung und Verständlichkeit aus dem Blick gerate. Zu den beanstandeten Formulierungen zählen zahlreiche englische Begriffe und Slogans, die den deutschen Kunden kaum noch Orientierung bieten.
Continental nutze bewusst und inflationär englische Schlagworte und Phrasen, selbst in Bereichen, wo deutsche Begriffe möglich und verständlicher wären. Der VDS führte folgende Beispiele auf: "Engineered for the Unknown", „Innovation Summit“, Smart Watch“ und „Let’s cook the future together“.
Weitere Kandidaten 2025
Neben Continental standen unter anderem folgende Kandidaten zur Wahl:
- Bund Deutscher Radfahrer („German Cycling“).
- Landrat Marco Prietz (Rotenburg/Wümme) wegen einer Dienstanweisung zur ausschließlichen Nutzung weiblicher Amtsbezeichnungen. Er wurde damit zur Landrätin!
- Stadt Chemnitz mit dem englischen Kulturhauptstadt-Motto „C the Unseen“.
- Bayerische Zugspitzbahn mit dem Spruch „We love Wank“ („to wank“ heißt im Englischen übrigens „wichsen“).
Preisträger 2024
Im letzten Jahr wurde Prof. Ursula M. Staudinger, die Rektorin der Technischen Universität Dresden, als Sprachpanscher des Jahres ausgezeichnet. Die Leipziger Buchmesse erhielt ebenfalls den Negativpreis als weitere Preisträgerin. Besonders beanstandet wurde die Einladung zu einer „Fuck-Up-Night“ an der TU Dresden sowie das englische Motto „Who’s still reading?“ der Leipziger Buchmesse.
Missratene Werbefloskeln
Es gab bereits früher „denglische“ Floskeln und Begriffe, die voll in die Hose gegangen sind:
- Douglas „Come in and find out“: Kunden verstanden „Komm rein und finde wieder raus“.
- Citibank „Where money lives“: Wurde verballhornt zu „Wo Manni lebt“.
- Mitsubishi: Die Automarke fiel zweifach auf, zum einen mit der Automarke Pajero (auf Spanisch „Wichser“) und mit dem Slogan „Drive alive“:
Fazit
Es ist also Vorsicht geboten, wenn Sie mit Denglisch Fortschritt und Innovationskraft signalisieren möchten. Diese unsinnigen Englisch-Ausdrücke verstehen viele Deutsche, aber auch englische Muttersprachler nicht. Es ist eher Angeberenglisch einer sich kreativ vorkommenden Marketingkaste.
Copyright: Dipl.-Ökonom Dr. Michael A. Peschke, Mittelstandsforum Westfalen | E-Mail-Kontakt




